Zahnextraktion

Es ist wichtig, die Diagnostik und die mögliche Weisheitszahnentfernung zum richtigen Zeitpunkt in der Kieferchirurgie zu realisieren, weshalb die regelmäßige Kontrolle ihrer Entwicklung durch den Zahnarzt wichtig ist. Nur gut die Hälfte der Menschen erlebt zeitlebens keine Probleme mit den Weisheitszähnen, denn bei ganzen 45% der Bevölkerung brechen sie nicht korrekt durch. Die Weisheitszähne gehören zu den großen Backenzähnen (Molaren) und entwickeln sich erst relativ spät, im jugendlichen Alter.

Die endgültige Beurteilung der Platzverhältnisse ist bei einem korrekt liegenden Weisheitszahn meistens erst nach abgeschlossenem Wachstum möglich. Sollte ein Patient Engstand gefährdete Zähne haben, die durch die Keimlage und Platzverhältnisse einen ungehinderten Durchbruch des Zahns verhindern, ist eine vorbeugende Entfernung des Weisheitszahnes angeraten.

Wachstumskomplikationen bei Weisheitszähnen haben häufig Schmerzen, Zahnfleischentzündungen (Perikoronitis) und Zahnverschiebungen zur Folge. Daraus können auch Ohrenschmerzen und Kaubeschwerden sowie Kopf- und Gesichtsschmerzen resultieren. Durch den Schub eines Weisheitszahnes auf die vorderen Backenzähne kann aufgrund von Platzmangel oder anatomischer Lagebeziehung zudem auch die Zahnbehandlung des Kieferorthopäden, z. B. mit einer Zahnspange, erschwert werden. Darüber hinaus kann ein beobachteter Einstand der Unterkieferfrontzähne (schiefe Zähne) oft der Anlass sein, die Weisheitszahnentfernung ernsthaft in kollegialer Zusammenarbeit mit dem Kieferchirurgen zu diskutieren. Das DVT oder digitales Röntgen bieten einen modernen Ansatz dafür, eine notwendige und prophylaktische Weisheitszahnentfernung vorzunehmen, wo das Wurzelwachstum noch nicht abgeschlossen ist.

Eine Weisheitszahn-OP sollte erfolgen, sobald klar ist, dass der Durchbruch und das Herauswachsen die oben genannten Schwierigkeiten mit sich bringen wird. Der Weisheitszahnkeim ist bei vielen Menschen erst ab 14 Jahren auf dem Röntgenbild erkennbar. Meistens brechen die Weisheitszähne, die sog. 3. Molaren, also erst im Erwachsenenalter oder gar nicht durch. Umso später sie entfernt werden, umso schwieriger kann der Eingriff jedoch werden, weshalb das zeitnahe Entfernen nach dem Feststellen einer schiefen Wuchsrichtung oder zu wenig Platz im Kiefer wichtig ist.

Der Heilungsprozess nach der Weisheitszahn-OP nimmt ca. 5 bis 7 Tage in Anspruch. In den meisten Fällen verheilt die Wunde recht schnell. Dies kommt aber immer auch auf den jeweiligen Patienten an im Sinne seiner körpereigenen Abwehr und seines Verhaltens im Nachgang der Operation.